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Holz im Garten – oder wie Sisyphos den Aperitif verhindert

Holz im Garten

… oder wie Sisyphos den Aperitif verhindert!

Wer träumt nicht davon: Eine herrliche Holzterrasse, dazu schwere Teak-Loungemöbel – das sieht auf den ersten Blick nach purer „Natur-Idylle“ und „unbeschwertem Sommer-Feeling“ aus. Wäre da nicht die bereits angegraute Oberfläche der Loungeablagen oder die Angst vor Spreissel beim Anfassen der Armlehne des erst in der letzten Saison gekauften Gartenstuhls…

Die ganze Wahrheit über den Natur-Look – und warum wir es uns leichter machen sollten!

Mal ganz ehrlich unter uns: Wir lieben Holz für seine Wärme und Haptik, wir sind Experten was Holz für Tische und Innenräume angeht – und wir freuen uns, wenn unsere Kunden Ihre Lieblingstischplatte bei uns finden oder Massivholzmöbel in Ihren Wohnraum stellen. Sie haben sich damit ein nachhaltiges und langlebiges Stück individuelle Geschichte angeschafft – das jeden Tag Freude macht zu benutzen und anzusehen. Aber wir alle wissen, dass die Realität mit Holz im Garten oft anders aussieht. Was Händler gerne als „pflegeleicht“ verkaufen, ist in Wahrheit eine „große Verpflichtung“ um nicht zu sagen eine Sisyphos Arbeit  wenn man die Optik und Haptik seiner Holzgartenmöbel  erhalten möchte. 

Wir finden: Deine Gartenmöbel sollen Dir Entspannung bieten und Freude statt noch  mehr Arbeit machen – schliesslich gibt es im Garten schon genügend Sisyphos Arbeiten wie Unkraut jäten, Rasen mähen oder Hecken schneiden! Lass uns also über die ehrliche Wahrheit rund um Holz im Garten sprechen und schauen, wie Du den schönen Natur-Look auch ohne Schweißperlen bekommst.

Die Liebe zum Holz – und die harte Realität der Pflege

Egal, ob Du Dich für robustes Teak, heimische Lärche oder Thermoholz entscheidest: Holz ist ein Naturprodukt. Das ist schön – aber das hat auch Konsequenzen:

  • Der Grauschleier: Jedes Holz, das Du draußen der Witterung aussetzt, wird unweigerlich „vergrauen“. Das ist ein natürlicher Prozess, der oft als Patina schön geredet wird, aber eben auch Risse und Wasserflecken mit sich bringt. Welche, wenn sie sich erst einmal gebildet haben für eine noch schneller Verwitterung sorgen.
  • Die Ölfalle: Willst Du die warme, ursprüngliche Farbe Deines Holzes erhalten, musst Du regelmäßig – und damit meine ich – mindestens einmal pro Saison schleifen, reinigen und wesentlich häufiger ölen. Und das ist gerade bei großen Lounges eine echte Knochenarbeit. Für den Aussenbereich ist ein reines Naturöl, wie wir es im Innenbereich verwenden auch nicht wirklich geeignet, um den Pflegaufwand zu verringern. Chemische Zusatzstoffe, welche eine „Schutzschicht“ bilden, ein Nachgrauen verhindern oder Insekten abhalten sollen, helfen zwar das ständige Nachölen (z.B. mit naturbelassenem Leinöl) zu vermindern, sind aber weder gut für die Umwelt noch für Mensch & Tier.
  • Die Nachhaltigkeits-Lüge: Holz ist nachhaltig – das ist richtig. Aber auch der nachhaltige Anbau oder die nachhaltige Verwendung von Holz sollten hier eine Rolle für bewusste Kunden spielen. So ist Teakholz oder anderes Outdoorholz in den seltensten Fällen nachhaltig angebaut und verarbeitet worden – von Regionalität und Transport gar nicht zu reden. Auch ein FSC Zertifikat hilft nicht, um die Nachhaltigkeit zu sichern, denn der hohe Pflegeaufwand und die damit verbundene Verwendung von Pflegemitteln macht die Ökobilanz wieder zunichte.
  • Die Händler-Versprechen: Viele Händler preisen Holz als langlebig an (was stimmt!) und lassen den immensen Pflegeaufwand gerne unter den Tisch fallen. Wer die natürliche Vergrauung nicht mag, muss wissen: „Die Schönheit bleibt nur mit hohem Pflegeaufwand erhalten!“. Wir weisen daher unsere Kunden beim Kauf explizit darauf hin und möchten auch mit diesem Blog helfen, dass Sie verstehen, dass sie sich zwar ein sehr schönes Holzmöbel in den Garten stellen aber auch für dessen Erhalt eine hohe Verpflichtung eingehen.

Unser Tipp für den Garten: Weniger Holz, mehr Leben!

Wir empfehlen daher unseren Kunden oft: „Spar Dir die Zeit und die Mühe! Dein Garten soll Dein Rückzugsort sein, nicht Deine Werkstatt“. Du hast vielzählige Möglichkeiten um regionales, nachhaltiges und wunderschönes Holz in deinem Zuhause einzusetzen und ohne diesen immensen Pflegeaufwand über viele Jahre zu geniessen. Nutze diese – und investiere hier lieber etwas mehr, um dir Deine Wünsche zu erfüllen. Wir als Spezialisten für Holz lieben es und lieben auch unsere Werkstatt  – aber im Garten setzen wir auf „wetter- und witterungsbeständige, pflegeleichte Produkte“, die Dir (wenn du es wünschst) die Optik von Holz schenken, aber den ständigen Stress des Ölens und Schleifens ersparen.

Der clevere Trick

Wenn du deine Massivholz-Outdoorlounge aber nicht in einen geschlossenen Wintergarten stellen kannst, dann musst du „Augen zu und durch“ sagen, d.h. Du akzeptierst entweder den Arbeitsaufwand oder Du findest die natürliche Verwitterung Deiner Möbel schön. Falls nicht, dann solltest du Dir vielleicht mal moderne Kunststoff- oder Verbundmaterialien (Polymer, WPC) für den Garten als Alternative anschauen! Die Hersteller haben hier riesige Fortschritte gemacht. Es gibt Materialien, die Holz in Struktur, Farbe und sogar Haptik unglaublich nahekommen und sofern du darauf achtest, dass es sich um rezyklierte oder zumindest recyclebare Materialien handelt bist du auch bei der Ökobilanz auf der richtigen Seite. Deine Vorteile:

  1. Pflege: Einmal feucht abwischen – fertig.
  2. Farbechtheit: Hochwertige Materialien behalten ihre Optik über Jahre hinweg bei, ohne sich zu verfärben oder unkontrolliert zu vergrauen.
  3. Langlebigkeit: Viele moderne Materialien sind extrem widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Insekten und UV-Strahlung.

Unser Fazit

Wenn Du die natürliche Vergrauung und die feinen Risse akzeptierst und auch, dass die Haltbarkeit und Lebensdauer ohne ausreichende Pflege oder chemische Schutzmittel eingeschränkt wird, ist Holz im Garten wunderbar! Wenn Du aber die perfekte Originalfarbe, Haptik und Struktur auch in der nächsten Saison erwartest, sei gewarnt: Das bedeutet jede Menge Arbeit. Holz für kleine, dekorative Akzente im Garten? Ja, unbedingt! Aber für große Flächen wie Tische oder massive Lounge-Gruppen? Geh den Weg des geringsten Widerstands! So bleibt mehr Zeit für den Aperitif auf Deiner pflegeleichten Traum-Lounge. 

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